Lenamaria Kühner
Meine erste winzige Geige bekam ich von meiner Patentante zur Taufe geschenkt, und um bei den Hausmusiken mit mehr als einer Triangel teilnehmen zu können, ging ich mit fünf Jahren zum Geigenunterricht.
Der Wunsch, Berufsmusikerin zu werden, entstand erst später während prägender Jahre als Schülerin von Heime Müller, dessen Spiel mich tief inspirierte und in mir eine leidenschaftliche Liebe zum Instrument weckte.
Ich setzte meine Ausbildung an der Hochschule für Künste Bremen und an der Hochschule für Musik Hannover fort - Prof. Thomas Klugs ganzheitlicher musikalischer Ansatz bestimmt mein Orchesterspiel bis heute, während Prof. Adam Kostecki als Oistrachschüler meine technischen Möglichkeiten mit der russischen Schule deutlich erweiterte.
Parallel zum Studium blieb ich meiner großen Leidenschaft, der Kammermusik, treu und nahm mit meinem Ensemble mehrfach an Meisterkursen beim Artemis-Quartett und beim Orpheus-Quartett teil.
Das Opernspiel erlernte ich während eines einjährigen Praktikums beim Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, auch war ich regelmäßig als Aushilfe bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen zu Gast, so dass ich sowohl im Orchestergraben als auch auf der Konzertbühne bereits wunderbare Erfahrungen gesammelt hatte, als ich 2006 zunächst mit einem Zeitvertrag bei den Bremer Philharmonikern engagiert wurde.
Seit 2009 als festes Mitglied der Zweiten Geigen bei den Bremer Philharmonikern, blicke ich nun schon auf viele erfüllende und im besten Sinn herausfordernde Jahre in diesem Orchester zurück, in denen ich mich neben dem Geigenspiel auch mit Leidenschaft im Betriebsrat und im Aufsichtsrat engagiert habe.
4 Fragen an Lenamaria Kühner
dann wäre ich jetzt Germanistin oder Dramaturgin.
verbringe ich meine Zeit am liebsten mit Denken und Gärtnern.
Mein erstes von mir konzipiertes Wandelkonzert Klang-Raum: Ist da wer? in unserer Halle 1 im Tabakquartier, bei dem wir Klang, Raum, Licht und Emotion zu einer erfahrbaren Einheit werden ließen. Beim Musizieren zu erleben, wie ein solches Konzept aufgeht und uns mit dem Publikum verbindet, war eine der intensivsten und schönsten Erfahrungen meines Berufslebens.
war kein Konzert, sondern eine Oper: Mozarts Zauberflöte in der Staatsoper Hamburg - ich war fünf Jahre alt und von da an der Gattung Oper rettungslos verfallen.
KLANG-RAUM: IST DA WER?
Beim Wandelkonzert Klang-Raum: Ist da wer? begaben sich Musiker:innen und Publikum gemeinsam auf eine Expedition durch den Klangraum: durch Flure, Treppenhäuser, Abzweigungen und geheime Winkel der Halle 1 im Tabakquartier – Orte, die sonst verschlossen bleiben. Lenamaria Kühner entwickelte gemeinsam mit der Regisseurin Vivien Hohnholz das Konzept für dieses Konzert.